Menschenwürde, Würde des behinderten Menschen.
Die Würde beginnt mit dem Respekt und der Anerkennung für den Mitmenschen. Jeder Mensch
ist einzigartig und somit anders als wir selbst sind.
Durch das Entgegenbringen von Würde akzeptieren
und respektieren wir den andern. Für den Behinder-
ten wird noch zu zaghaft das Anderssein und das
differenzierte Normale im Bewussten oder Unbe-
wussten verstanden. Die Berührungsangst mit den
Behinderten hemmt die Gesellschaft bei der Kontaktaufnahme und meidet das bewusste Res-
pektieren dieser Menschengruppe. Das Verständ-
nis für das Anderssein heisst, sich auch damit
auseinander zu setzen, was wichtig und bedeutend
für diesen Mitmenschen, ob behindert oder nicht, ist.
Die Integration der Behinderten in die Gesellschaft
bedeutet einen bewussten Schritt einer mit Würde
getragenen Gesellschaftsentwicklung.

Jüdische Behinderung, ein unbeschriebenes Buch
Jüdische Behinderung ist ein unbeschriebenes
Buch der Gegenwart, das von uns allen mit unserem
Verstand und Herzen gelesen werden muss. Noch
leben viele jüdische Behinderte in nichtjüdischen
Wohnheimen/Institutionen, wo der jüdischen Tradi-
tion und Kultur nicht mehr nachgelebt werden kann.
Jeder dieser Behinderten wird zum Individuum einer
Gesellschaft, der jüdische Rahmenbedingungen fehlen. Diesen Menschen ist die Quelle zum Juden-
tum zu öffnen und mit dem Respekt einer jüdischen
Einheit und Integration zu begegnen – einer
jüdischen Würde. Um diesen Behinderten wieder
den Weg zurück in die jüdische Gesellschaft geben
zu können, braucht es unsere Kraft und unseren
Willen zum Gelingen dieser Integration. Wir als Volk
und sinnbildlich als Kette sind so stark wie das
schwächste Glied. Es liegt an uns, bewusst nicht
nur die Stärke einer Gesellschaft, sondern auch
deren Schwäche besser zu verstehen.

Nicht Luxus, aber Rahmenbedingungen
Unseren Behinderten sind Rahmenbedingungen
zu schaffen, die ihren Ansprüchen entsprechen, die
nicht von Glamour und Luxus geprägt, sondern auf
der Notwendigkeit und der Nachhaltigkeit einer auf
ihre Umwelt- und Lebensbedingung ausgerichteten,
gefühlsbetonten und realen Welt basieren. Eine
grosse jüdische Familie, ein sicheres Heim, medi-
zinische Pflege und Geborgenheit, Liebe, Verständ-
nis und gegenseitiger Respekt sind eine wichtige
Voraussetzung für diese bewusst erlebte Nachhaltigkeit.

Neben dem von uns benötigten elementaren Mate-
riellen und der finanziellen Unterstützung sind auch
die zwischenmenschlichen weichen Faktoren – das,
was unser Empfinden ausmacht und die Gefühle
für den jüdischen Mitmenschen prägt, in den Vor-
dergrund zu stellen. Wagen Sie den Schritt und
strecken Sie die Hand auch unseren Behinderten aus.

Was unser Verein sich zur Aufgabe gemacht hat
Unser Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, den
Behinderten mit Tat, Wille und Kraft zur Seite zu
stehen und ihnen unsere Hilfe in dieser Welt
anzubieten. Viele ehrenamtliche Personen tragen
mit Liebe und unermüdlichem Einsatz dazu bei,
diesen jüdischen Menschen das Leben lebenswert
zu gestalten.. Ohne ihre Kraft und ethischen und
sozialen Absichten der Hilfestellung könnte unser
Verein diese genannten Ziele nie erreichen. Alle
unsere Angestellten setzen sich mit viel Verständnis,
Liebe und Ausdauer für unsere Behinderten ein,
damit diese jüdische Familie mit den Behinderten
eine kleine aber reale Welt mit festem Fundament ist.